
Ein Stielglas mit leicht unregelmäßigen Reflexen, eine Karaffe voller feiner Bläschen, eine leicht gewellte, historische Fensterscheibe. Hinter diesen Objekten verbirgt sich eine mehr als zweitausend Jahre alte Handwerkskunst: die des Glasbläsers.
Im Dezember 2023 wurden das Wissen, die Techniken und das Handwerk des manuell gefertigten Glases auf Antrag von sechs europäischen Ländern – darunter Frankreich – von der UNESCO in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
Von den Anfängen des Glasblasens bis hin zur heutigen Serienfertigung von Flaschen: Erfahren Sie, wie mundgeblasene Gläser entstehen, wie sie verziert werden und woran man sie erkennt.
Beim Glasblasen wird Luft in das geschmolzene Glas geblasen, um ihm eine Hohlform zu verleihen. Im Ofen auf sehr hohe Temperaturen erhitzt, verwandelt sich das Glas in eine glühende, formbare Masse.
Der Glasbläser nimmt eine kleine Menge davon mit dem Ende einer Pfeife – einem langen, hohlen Metallrohr – auf und bläst am anderen Ende hinein. Es entsteht eine Blase, die er so lange vergrößert und formt, bis ein Trinkglas, eine Vase, eine Karaffe oder eine Flasche entsteht.
Das Glasblasen dient jedoch nicht nur der Herstellung von Hohlkörpern. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde auch Fensterglas geblasen, und einige Glashütten stellen es noch heute für die Restaurierung historischer Gebäude und Bleiverglasungen her.
Dieses geblasene Flachglas erkennt man an seinen leichten Wellenstrukturen, die den historischen Fassaden ihre ganz besondere Lichtreflexion verleihen.
Man spricht häufig von geblasenem Glas, wenn man ein kunsthandwerkliches Stück meint – doch hinter dem Begriff verbergen sich in Wahrheit verschiedene Verfahren. Glas kann frei geblasen, in eine Form geblasen oder maschinell geblasen werden. Pressglas hingegen erhält seine Form völlig ohne Lufteinwirkung.
Glas existierte schon lange vor der Erfindung des Glasblasens. Jahrhundertelang wurde es gegossen oder um einen Kern herum geformt – langsame Techniken, die Glasobjekte einer kleinen Elite vorbehalten machten.
Alles änderte sich Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr., als das Glasblasen im syrisch-palästinensischen Raum aufkam. Laut Glassway, dem Glasportal der Autonomen Region Aostatal, beschleunigte diese Technik die Herstellung von Behältern und machte sie auch für weniger wohlhabende Schichten zugänglich.
Die ersten Glasbläser nutzten noch keine Metallpfeife. Sie arbeiteten mit einem hohlen Glasrohr, das an einem Ende verschlossen war. Dieses modelierten sie zu einem kleinen Fläschchen, bevor sie es abtrennten. Erst die Einführung der Metallpfeife ermöglichte es, das Glas direkt aus dem Schmelztiegel aufzunehmen und die Vielfalt der Formen deutlich zu erweitern. Dieses Handwerk breitete sich rasch im gesamten Römischen Reich und darüber hinaus aus.
Im Mittelalter stieg Venedig zu einem der bedeutendsten Zentren des geblasenen Glases auf. Um das Brandrisiko in der von Holzbauten geprägten Stadt einzudämmen, ordneten die venezianischen Behörden 1291 die Verlegung aller Schmelzöfen auf die benachbarte Insel Murano an. Bis heute steht die Insel als Synonym für edle Glaskunst und raffinierte Dekortechniken.
Auch in Frankreich haben Glashütten ganze Regionen geprägt. Diese Tradition genießt heute internationale Anerkennung: Die UNESCO-Aufnahme im Jahr 2023, die maßgeblich von der Fédération du Cristal et du Verre vorangetrieben wurde, umfasst insbesondere die Warmformgebung von Glas durch Blasen mit der Pfeife oder am Brenner.
Im selben Jahr nahm die UNESCO auch das traditionelle syrische Glasblasen in die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes auf – eine schöne Reminiszenz an jene Region, in der einst alles begann.

In einer traditionellen Werkstatt wird meist im Team gearbeitet, wobei jeder Glasbläser seine eigene Spezialität hat. Die Werkzeuge selbst haben sich seit Jahrhunderten kaum verändert.
Jedes Stück entsteht durch eine Abfolge präziser Handgriffe, die mit hoher Geschwindigkeit wiederholt werden, solange das Glas noch formbar ist.
Das Blasen in eine Form ermöglicht es, dieselbe Gestalt präzise zu reproduzieren oder ein Relief auf die Oberfläche zu prägen. Die Glasbläser von Murano haben hierfür verschiedene Varianten entwickelt:
Diese Technik hatte zudem einen sehr praktischen Nutzen: Lange vor der Erfindung automatisierter Maschinen stellten Glasmacher durch das Formblasen Flaschen mit gleichmäßigen Abmessungen her.
D'autres techniques jouent sur la couleur, la matière ou la surface de la pièce. Certaines se pratiquent à chaud, pendant le soufflage, d'autres à froid sur l'objet terminé.
Jusqu'au début du XXᵉ siècle, les bouteilles étaient soufflées par des équipes de verriers, le plus souvent dans des moules métalliques. La demande croissante en emballages a poussé les industriels à automatiser ce geste.
Selon l'ASME, la société américaine des ingénieurs mécaniciens, Michael J. Owens a mis au point en 1903 la première machine entièrement automatique de fabrication de bouteilles à connaître un succès commercial.
Le principe du soufflage n'a pourtant pas disparu. Dans une verrerie moderne, une goutte de verre en fusion est toujours mise en forme dans un moule puis soufflée à l'air comprimé. Les procédés soufflé-soufflé et pressé-soufflé sont détaillés dans notre article sur la fabrication des bouteilles en verre.
L'histoire d'Edard illustre ce lien entre verre et fermeture. Née à Paris en 1795 avec la fabrication de bouchons en liège, l'entreprise a transféré sa production à Arques, dans le Pas-de-Calais, en 1860 et y a créé une verrerie.
Comme le raconte la page consacrée à l'histoire d'Edard, ses bouteilles en verre coloré ont occupé plus de 1 000 salariés jusqu'en 1953, avant qu'Edard ne se consacre aux bouchons à bascule.
Ce double savoir-faire n'est pas un hasard. Le bouchon mécanique s'ajuste au col de la bouteille, dont la forme dépend directement de son moulage. Son invention, retracée dans l'histoire du bouchon mécanique, accompagne l'essor des boissons pétillantes au XIXᵉ siècle.
Aujourd'hui, ce duo robuste se prête particulièrement bien à la consigne des bouteilles en verre.

Un verre soufflé à la bouche garde toujours la trace du geste qui l'a façonné. Quelques indices permettent de le distinguer d'un verre fabriqué en série.
Aucun de ces signes n'est une garantie à lui seul. Une pièce soufflée à la bouche peut être très régulière, et la marque de pontil est souvent polie. En cas de doute, les indications du fabricant restent le meilleur repère.
Un verre soufflé se conserve longtemps avec quelques précautions simples. Privilégiez un lavage à la main à l'eau tiède pour les pièces fines ou décorées, et évitez les chocs thermiques, comme passer un verre chaud sous l'eau froide. Rangez-les sans les empiler pour éviter les rayures et les éclats.
En fin de vie, les verres à boire ne vont pas dans le conteneur à verre, car leur composition diffère de celle des emballages. Pour savoir ce qui peut être recyclé, consultez notre guide sur le verre recyclable.
Certains ateliers soufflent d'ailleurs aujourd'hui des verres à partir de bouteilles récupérées, preuve que le soufflage peut aussi s'inscrire dans une logique d'économie circulaire.
